Informationen rund um das Coronavirus und Demenz

Übersicht

Allgemeine Informationen

Wichtige Maßnahmen für Menschen/Patient*innen mit Demenz

Was tun, wenn sich Menschen mit Demenz nicht an die Bestimmungen halten?

Tipps für den aktuell geänderten Alltag

Wichtige Telefonnummern und Adressen



Allgemeine Informationen 


Aufgrund der am 16.03.2020 beschlossenen Coronavirus-Maßnahmen bestehen für die Bevölkerung in Österreich und insbesondere in Tirol Beschränkungen im Ablauf des täglichen Lebens.  

In der Folge finden Sie Informationen zum Thema Coronavirus, insbesondere zu aktuellen Fragen von Angehörigen von Menschen mit Demenz.
Die Ausführungen umfassen keine vollständige Übersicht über alle verfügbaren Informationen zu COVID-19, sondern behandeln Ausschnitte, brennende Fragen für Angehörige und möchten hilfreiche Tipps für den Alltag zur Verfügung stellen. 

Bitte beachten Sie laufend die Informationen der "Österreichischen Bundesregierung" und der Tiroler Landesregierung!


Österreich: www.oesterreich.gv.at

Tirol:  Website des Landes Tirol

Allgemeine sogenannte "Verkehrsbeschränkungen" (Stand 15.03.2020)

Ein Verlassen der Wohnung ist nur bei einem triftigen Grund gestattet

  1. Berufliche Gründe
  2. Medizinische Versorgung
  3. Versorgung der Grundbedürfnisse
  4. Rückkehr zum eigenen Wohnort
  5. Berechtigte Gründe zum Verlassen des Landes

Allgemeine Hygienemaßnahmen

  • Waschen Sie Ihre Hände häufig! Reinigen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit Seife oder Desinfektionsmittel.
  • Halten Sie Distanz! Halten Sie einen Abstand von zwei Meter zwischen sich und allen Personen ein, die husten oder niesen. Nicht Händeschütteln oder Umarmungen.
  • Berühren Sie nicht Augen, Nase und Mund! Hände können Viren aufnehmen und das Virus im Gesicht übertragen!
  • Achten Sie auf Atemhygiene! Halten Sie beim Husten oder Niesen Mund und Nase mit gebeugtem Ellbogen oder einem Taschentuch bedeckt und entsorgen Sie dieses sofort.

Weitere Informationen entnehmen Sie folgenden Informationsblättern:

Informationsblatt Landessanitätsdirektion (Stand 19.02.2020)

Informationsblatt Robert Koch Institut

So handeln Sie im Ernstfall

Quelle: oesterreich.gv.at 

Hotline bei Verdacht auf ErkrankungRund-um-die-Uhr1450
Hotline für allgemeine Informationen der AGESRund-um-die-Uhr

0800 555 621





Wichtige Maßnahmen für Menschen/Patient*innen mit Demenz

OÄ Dr. Defrancesco und Mag. Karin Wilhelmer der Gedächtnissprechstunde an der Universitätsklinik für Psychiatrie Innsbruck verweisen auf folgende wichtige Maßnahmen:

  • Bitte vermeiden Sie jeglichen Kontakt zwischen älteren Menschen (mit und ohne Demenz) und Kindern - insbesondere der Besuch von z.B. Enkelkindern bei den Großeltern sollte bis auf Weiteres dringend unterlassen werden - Kinder zeigen meist keine wesentlichen Krankheitssymptome einer Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion, können aber die Viren weiter übertragen.
  • Einkäufe oder Erledigungen (z.B. Gang zur Apotheke oder Bank) sollten NICHT von älteren Menschen (mit und ohne Demenz) erledigt werden - es werden Angehörige oder Bekannte im Alter bis 65 Jahre ersucht, diese Erledigungen für ältere Menschen (mit und ohne Demenz) zu übernehmen.
  • Bitte vermeiden Sie nicht dringende Arztbesuche (an der Klinik oder beim niedergelassenen Arzt oder Hausarzt) - in den medizinischen Einrichtungen besteht insbesondere für ältere Menschen (mit und ohne Demenz) ein erhöhtes Ansteckungsrisiko - bitte nehmen sie im Krankheitsfall vor dem Wahrnehmen eines ambulanten Termins an der Klinik mit der entsprechenden Ambulanz telefonisch Kontakt auf.

Hinweise für Angehörige und Betreuungspersonen von älteren Menschen/PatientInnen mit Demenz

  • Bitte übernehmen Sie sämtliche Erledigungen außerhalb der eigenen Wohnung, z. B.
    • Einkaufen von Lebensmitteln
    • Gang zur Bank/Einzahlungen
    • Besorgung von Medikamenten bei der Apotheke
    • Bringen und Holen von Briefen/Paketen (Post)
  • Bitte vermeiden Sie Besuche insbesondere in Begleitung von Kindern bei älteren Menschen (mit und ohne Demenz)
  • Bitte halten Sie regelmäßigen und wenn möglich mehrmals täglich telefonischen Kontakt mit älteren Menschen (mit und ohne Demenz), um Einsamkeit und Angst zu vermeiden
    • Erkundigen Sie sich nach dem Befinden und möglichen Bedürfnissen
    • Erinnern Sie an die derzeit notwendigen Maßnahmen (z.B. kein Verlassen der Wohnung) - Menschen mit Demenz können aufgrund ihrer Erkrankung möglicherweise diese Maßnahmen schnell wieder vergessen oder nicht ausreichend verstehen
    • Bringen Sie älteren Menschen (mit und ohne Demenz) nach Möglichkeit Beschäftigungsmaterial für die Zeit zuhause - z. B.
      • Zeitungen und Lesematerial
      • Rätselbücher oder ausgedrucktes Material
      • Musik
      • Material für handwerkliche Tätigkeiten (z. B. Wolle, Stifte etc.);
  • Bitte erinnern Sie die PatientInnen telefonisch an die Einnahme der Medikation - insbesondere in dieser besonderen Situation können solche Alltagstätigkeiten leicht vergessen werden.

(Quelle: OÄ Dr. med. M. Defrancesco; Mag. K. Wilhelmer; , MSc PhD, Department für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinik für Psychiatrie Innsbruck))


Ausgangsbeschränkungen: Wie umgehen mit an Demenz Erkrankten Menschen?

Ö1-Mittagsjournal, Samstag 21.03.2020


Was tun, wenn sich Menschen mit Demenz nicht an die Bestimmungen halten?

Viele zusätzliche Herausforderungen kommen durch die Beschränkungen des Alltags auf Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu. Die Servicestelle Demenz in Kitzbühel berichtet:

Eine Angehörige berichtete mir von ihrem Ehemann, der trotz der Ausgangssperre täglich ins Dorf geht, sich seine Zigaretten holt, mit allen Menschen spricht, uns sogar aufgeregt und wütend  an die Türe seines Stammcafés klopft, weil dieses auch geschlossen hat.

Von Händewaschen und Hygienevorschriften will er auch nichts wissen, er sei ja schließlich sauber…

Die Frau wird von besorgten und auch aufgebrachten Nachbarn angerufen, teilweise beschimpft und ihr wird vorgeworfen, dass sie sich nicht genügend um ihren Ehemann -der ja zur Risikogruppe gehört- kümmert. Sie denken nicht daran, dass er dement sein könnte, weil er ja so fit aussieht und auch nicht vergesslich ist.

Leider wissen viele Menschen nicht, dass es auch Demenzformen gibt, bei denen man nicht unbedingt vergesslich sein muss. Deswegen fordern sie, die Ehefrau müsse den Mann endlich zu Hause einsperren!

Geht das überhaupt?

Natürlich nicht!

Bei vielen Demenzformen, vor allem bei solchen die den Frontallappen betreffen, (Frontotemporale Demenz, Morbus Pick, Alkoholdemenz, bestimmte Demenzformen nach Schlaganfall) fehlt die sogenannte Krankheitseinsicht. Die Betroffenen fühlen sich selber nicht schutzbedürftig, sie haben aus deren Sicht keine  Einschränkungen.

Viele wirken daher auf uns uneinsichtig, rechthaberisch und unbelehrbar. 

Die Krankheitseinsicht wird  vom Vorderlappen des Gehirns gesteuert. Ist sie einmal verloren, kommt sie nicht wieder.

  • Es hilft also nicht, etwas zu erklären, zu diskutieren, zu drohen oder jemanden anzuflehen
  • Druck, oder z.B. das "Einsperren", nachlaufen oder aufhalten wollen, führt zu Aggression oder verstärkt den Fluchttrieb

Wie also damit umgehen?

  • Eine Möglichkeit ist, die Betroffenen zu Hause in Aufgaben miteinzubinden, die sie gerne erledigen. Also auf Ablenkung und das Gefühl "gebraucht zu werden" setzen.
  • Aufforderungen zur Körperhygiene ausschließlich in einladender Form geben. Etwa "Schau ich habe dir ein schönes Bad eingelassen…" "Wenn du möchtest mach ich dir ein entspannendes Handbad…"
  • Wenn die Betroffenen trotzdem aus dem Haus "müssen" und wollen, informieren Sie unbedingt Ihr Umfeld. Sprechen Sie mit Freunden und Nachbarn über die Situation, und erklären Sie, warum sie sich nicht an die Regeln halten können.
  • Viele Einsatzkräfte sind mittlerweile gut geschult im Umgang mit Menschen mit Demenz. Sie weisen sie höflich und umsichtig auf die geltenden Regeln hin. Um eine Anzeige zu verhindern, sprechen sie im Vorfeld mit der Polizeidienststelle in Ihrem Ort.

Alle Maßnahmen die wir "Gesunde" gerade ergreifen und an die wir uns alle halten, helfen auch Menschen mit Demenz. Wir halten Abstand, wir schränken unsere sozialen Kontakte ein, wir halten uns an die Regeln, genau für sie.

Weil sie es einfach nicht mehr können!

(Quelle: Katja Gasteiger, Servicestelle Demenz)


Tipps für den aktuell geänderten Alltag

Besuchsverbot in Wohn- und Pflegeheimen oder anderen Betreuungseinrichtungen

Das aktuelle Besuchsverbot, stellt Angehörige von Menschen mit Demenz vor eine extreme zusätzliche Herausforderung. Katja Gasteiger von der Servicestelle Demenz Kitzbühel gibt in ihren Tipps wichtige Anhaltspunkte und Möglichkeiten für Angehörige, wie Sie dieser herausfordernden Situation begegnen können.

Informationsblatt zum Besuchsverbot

"Wenn etwas nicht mehr möglich ist, verändere es so, dass es anders möglich wird!"

Die Tiroler Hospizgemeinschaft zeigt Wege auf trotz physischer Trennung verbunden zu bleiben.

Informationsblatt Möglichkeiten in der Sterbe- und Trauerbegleitung ohne physischen Kontakt

MAS Tipps für Krisensituationen und MAS Tipps für Kommunikation

In Ausnahmezeiten (wie aktuell Coronakrise oder andere Katastrophen), in denen man auf engem Raum für längere, unbestimmte Zeit zusammen sein muss, braucht es quali­tative Unterstützung und Hilfe, um diese Situation gut bewältigen zu können und Konflikte erst gar nicht aufkommen zu lassen. Und es braucht einen Plan.

Daher hat die MAS Alzheimerhilfe eine Notfalls-Initiative für Menschen mit Demenz gestartet. Es wurden MAS Tipps (Nr. 15: MAS Tipps für Krisensituationen und MAS Tipps für Kommunikation) gestaltet, die alle gemeinsam durch die schwere Zeit leiten sollen.

Hier erhalten Sie MAS Tipps kostenlos zum Herunterladen:

Webseite der MAS Alzheimerhilfe

Kennen Sie schon unser Auszeit TV?

Auszeit TV ist ein Produktion des Medienstudio der Tirol Kliniken GmbH. Diese saisonal abgestimmten Beiträge aus der Tiroler Flora und Fauna sind gerade für Menschen mit Demenz eine beruhigende Abwechslung im oftmals hektischen Krankenhausalltag.

Hier gelangen Sie zu den Videos

NEU: Wortgottesdienst auf Auszeit TV

Schauen Sie bei KuKuK-TV vorbei

KuKuK-TV zeigt, wie Menschen dies gelingt und welche Sicht sie auf ihren Lebensalltag oder soziale Fragen haben. Reportagen, Interviews und Portraits berichten unterhaltsam, hinterfragend und, wo nötig, provokativ über die unterschiedlichsten Themen.

Corona: Was können Senioren tun? Beitrag im KuKuK-TV 

Verein Abenteuer Demenz

Telefonhotline: Mo-Fr 13-16 Uhr unter + 43 664 466 16 16

Täglicher Blog "Zusammen allein zuhause" mit Ideen zu einem abwechslungsreichen Tagesablauf zuhause auf der Website "Abenteuer Demenz".  


Wichtige Telefonnummern und Adressen

Weitere Telefonnummern finden Sie auf der Website des Landes Tirol

Hotline bei Verdacht auf ErkrankungRund-um-die-Uhr1450
Hotline für allgemeine Informationen der AGESRund-um-die-Uhr0800 555 621

Kostenlose 24-Stunden-Hotline des Landes Tirol

Rund-um-die-Uhr

0800 80 80 30

Tiroler Sorgenhotline des Landes und Diözese08:00 bis 20.00 Uhr0800 400 120
Ö3-Kummernummer
116123
Rat auf Draht
147
Telefonseelsorge
142
Notrufnummer des Tiroler Frauenhauses
0512 342 112
Frauenhelpline gegen Gewalt
0800 222 555 
Team Österreich (z.B. für Einkäufe)07:00 bis 19:00 Uhr0800 600 600











Erreichbarkeit Gedächtnissprechstunden -ambulanzen in Tirol

Telefonambulanz Gedächtnissprechstunde der Psychiatrie LKI 08:30 bis 10:00 Uhr+43 512 504 23 633
Telefonische Anfragen Gedächtnisambulanz der Neurologie LKI
+43 50 504 24 239
Telefonische Anfragen Gedächtnisambulanz Hall in Tirol 08:00 bis 15:00 Uhr +43 50 504 88265

Hier erhalten sie weitere Informationen zu oben beschriebene Maßnahmen und eine Beratung für den Umgang mit älteren Menschen (mit und ohne Demenz) in dieser schwierigen Situation.


Service der Krankenversicherungsträger

Über diese Links erhalten Sie Informationen der Krankenversicherungsträger zur Erreichbarkeit und dem Service der Krankenversicherungsträger. Zudem finden Sie hier wichtige Informationen zu Arztbesuchen, Verordnung von Medikamenten, Krankenstandsmeldungen und der Bewilligung von Heilbehelfen/Hilfsmitteln oder anderen Leistungen.

ÖGK: www.gesundheitskasse.at/corona

SVS: www.svs.at/corona

BVAEB: www.bvaeb.sv.at

Informationen der österreichischen Apothekerkammer 

Informationen der Ärztekammer für Tirol