5. Praxistag Demenz - den Alltag meistern in Lienz

Datum: 20.06.2026

5. Praxistag Demenz in Lienz

Demenz – den Alltag meistern: 5. Praxistag in Lienz stößt auf großes Interesse

Bereits zum fünften Mal fand am Samstag, den 20. Juni 2026 der Praxistag „Demenz - den Alltag meistern" in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Lienz (LLA) statt. Zahlreiche Interessierte, viele davon Angehörige von Menschen mit Demenz, nutzten die kostenlose Veranstaltung, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und konkrete Unterstützung für den oftmals herausfordernden Alltag zu erhalten. Denn Demenz betrifft nie nur die erkrankte Person, sondern immer auch das Umfeld. Betroffene und Angehörige erleben häufig Ratlosigkeit, Trauer oder Überforderung – und stehen vor der Aufgabe, Beziehung und Kommunikation neu zu gestalten.

„Demenz auf der Spur“ ­– wenn das Gedächtnis schweigt und das Herz spricht

In seinem Impulsvortrag führte Prim. Dr. Jadranko Hodzic, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin am Bezirkskrankenhaus Lienz, Angehörige sowie Betroffene einfühlsam an das Thema Demenz heran und konnte so gegenseitiges Verständnis fördern, Orientierung geben und Mut für den Alltag mit Demenz machen. Der Vortrag machte deutlich, wie wichtig Empathie, Beziehung und Kommunikation sind – insbesondere dann, wenn Worte zunehmend fehlen.

Im Anschluss daran nahmen die 70 Teilnehmer:innen an Workshops teil, in denen in kleinen Gruppen praxisnahes Wissen vermittelt wurde. Behandelt wurden u. a. zu Fragen wie: Wie spreche ich mit meiner demenzkranken Mutter? Wie kann ich als Angehörige bei Kräften bleiben, auch in der letzten Lebensphase meiner betroffenen Angehörigen? Welche restlichen Vertretungsformen kommen in Betracht? Wie gehe ich mit herausfordernden Verhalten um? Und wo bleibe ich selbst in dieser Situation?

„Angehörige fragen sich oft, ob sie etwas falsch gemacht haben. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass viele Verhaltensänderungen durch die Demenz bedingt sind und nicht gegen die betreuende Person gerichtet sind“, sagt Daniela Meier, Obfrau der Selbsthilfe Osttirol.

Die passende Unterstützung finden

Auch die Mittagspause wurde intensiv genutzt – nicht nur zur Stärkung, sondern vor allem für Gespräche und individuelle Beratung an den zahlreichen Informationsständen. Der Praxistag Demenz wird von einem breiten regionalen Netzwerk getragen, das vielfältige Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre An‑ und Zugehörigen bereitstellt. Die persönlichen Beratungsgespräche wurden von den Besucher:innen gerne in Anspruch genommen.

„Hilfe anzunehmen fällt vielen Menschen nach wie vor schwer. Dabei kann die richtige Unterstützung den Alltag von Betroffenen und Angehörigen spürbar erleichtern. Der Praxistag Demenz schafft Raum für Information, Begegnung und gegenseitige Ermutigung“, sagt Daniela Meier.

Positives Feedback bestärkt

Wie wertvoll der Tag für die Teilnehmenden war, zeigte sich eindrucksvoll in den Rückmeldungen:

„Ich habe heute viele praktische Tipps erhalten, die mir im Umgang mit meinem demenzkranken Mann Sicherheit geben.“ Eine andere Teilnehmerin betonte: „Besonders gutgetan hat mir der Austausch mit anderen Angehörigen. Es war erleichternd zu sehen, dass viele ähnliche Erfahrungen machen und ich mit meinen Sorgen nicht allein bin.“

Das regionale Netzwerk für Demenzkompetenz

Die Veranstaltung wurde vom Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol – Koordinationsstelle Demenz in Kooperation mit der Selbsthilfe Tirol – Zweigverein Osttirol durchgeführt. Beteiligt und vertreten waren zahlreiche Einrichtungen und Organisationen aus dem Bezirk Lienz, darunter das Wohn‑ und Pflegeheim Lienz, der Sozial‑ und Gesundheitssprengel Osttirol, VAGET, das ehrenamtliche Hospizteam, die Koordinationsstelle für Pflege und Betreuung Bezirk Lienz, die Initiative „Komm und schau in meine Welt“ – Demenz, das Zentrum für Ehe‑ und Familienfragen, die Caritas Regionalstelle Osttirol sowie weitere Partner aus dem regionalen Versorgungsnetzwerk.

 

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