6. Praxistag Demenz - den Alltag meistern in Zams
Datum: 30.05.2026
„Es tut so gut, zu spüren, dass ich mit meinen Sorgen nicht allein bin“, sagte eine Angehörige am Ende des Praxistages Demenz – den Alltag meistern. „Ich weiß jetzt, wohin ich mich wenden kann“, sagte eine andere Teilnehmerin, und jemand schrieb als Rückmeldung. „Egal, was nächstes Mal für Themen kommen – ich bin auf jeden Fall wieder dabei!“
Rund 70 Personen kamen am 30. Mai 2026 in das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Zams und holten sich bei der bewährten Veranstaltung – es war bereits der sechste Praxistag in Zams – Informationen, Anregungen und vor allem persönliche Stärkung. „Unser Ziel ist es, durch Information und Austausch den Menschen Sicherheit im Umgang mit Demenz zu geben und ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Fragen nicht allein sind“, betonte die BiZ Direktorin Mag.a Margarethe Achenrainer. Ermutigende Begrüßungsworte kamen auch von Bezirkshauptmann Siegmund Geiger und vom Zammer Bürgermeister Benedikt Lentsch sowie vom Geschäftsführer des Krankenhauses St. Vinzenz Zams, Bernhard Guggenbichler.
Was ist Demenz?
Seit Anfang 2026 führt Dr. Pia Koudouovoh-Tripp gemeinsam mit ihrer Kollegin eine Praxis für Psychiatrie in Landeck. In ihrem Vortrag ging sie auf den Unterschied zwischen „normaler“ Vergesslichkeit im Alter und einer Demenzerkrankung ein und erklärte anschaulich, warum eine Abklärung sinnvoll sein kann. Auch wenn eine Demenz nicht heilbar ist, gibt es doch viele Symptome wie Verhaltensauffälligkeiten, die man sehr gut medikamentös behandeln kann. Die Lebensqualität verbessert sich dann für die Betroffenen und ihre Angehörigen.
Scham und Würde
Medikamente sind aber nur eine von vielen Möglichkeiten der Entlastung. Eine sehr große Rolle spielen bei Demenz die sozialen und emotionalen Belastungen, das wurde unter anderem im Vortrag von Thomas Raggl-Schäuble deutlich. Im Mittelpunkt standen Schamgefühle und deren Auswirkungen auf Selbstbild und zwischenmenschliche Beziehungen. Die Auseinandersetzung mit diesen oft unausgesprochenen Aspekten zeigte klar, wie wesentlich ein respektvoller und sensibler Zugang ist, um die Würde der Betroffenen zu wahren.
Praxisnahes Wissen und Vernetzung
Das Programm bot Möglichkeiten, sich gezielt mit einzelnen Themen auseinanderzusetzen. In Workshops wurden unter anderem Fragestellungen rund um „Recht und Hilfe“ (Mag. Günter Riezler), „Musik als Schlüssel zu Menschen mit Demenz“ (Margret Seebacher, Musiktherapeutin) sowie „Unterstützung durch technische Hilfsmittel“ (Johanna Aufschnaiter, BScN und Verena Friedrich, BSc MScN) behandelt. Weitere Einheiten widmeten sich Inhalten wie „Grenzen selbst bestimmen“ (Anna Gutleben DSB), „Die Identität spürbar erhalten“ (Susanne Grinschgl) sowie „Demenz verstehen – den Alltag sicher gestalten“ (Claudia Krug, Vaget).
Darüber hinaus nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, direkt mit regionalen Anlaufstellen ins Gespräch zu kommen. Organisationen aus den Bereichen Beratung, Pflege und Selbsthilfe präsentierten ihre Angebote und standen für individuelle Fragen zur Verfügung.
Impulse mit nachhaltiger Wirkung
Der Praxistag machte einmal mehr ersichtlich, dass der Umgang mit Demenz nicht isoliert betrachtet werden kann. Gefragt sind vernetzte Strukturen, praxisnahe Informationen und Räume für offenen Austausch. Genau hier setzt die Veranstaltung an – und liefert wertvolle Impulse und Unterstützung, die weit über den Veranstaltungstag hinauswirken.