FAQs

Wie fühlt es sich an, an Demenz zu leiden?

Menschen mit beginnender Demenz verwenden manchmal eine Beschreibung wie: "In meinem Kopf kommt alles durcheinander". Sie merken selbst, dass sie vergesslicher werden, versuchen aber die erhaltenen Fähigkeiten so lange wie möglich zu kompensieren. Dies führt häufig dazu, dass sie sehr verunsichert sind. Scham, Angst, Trauer, Wut, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit kann sich bei den Menschen zeigen. Aber auch eine besondere Anhänglichkeit und Dankbarkeit gegenüber den Angehörigen oder Betreuungspersonen ist beobachtbar.

Auch wenn die geistigen Fähigkeiten eingeschränkt sind, bleibt das emotionale Erleben erhalten. "Das Herz wird nicht dement".

Wie kann ich am Besten mit Menschen mit Demenz umgehen?

Die Symptome und der Verlauf der Erkrankung sind sehr individuell. In erster Linie ist es wichtig, den Betroffenen das Gefühl zu vermitteln, gehört, verstanden und angenommen zu werden und mit anderen Personen verbunden zu sein. Die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen zu achten kann zu mehr Wohlbefinden, Sicherheit und Stabiliät im Alltag führen und somit auch die Lebensqualität positiv beeinflussen. 

Wichtig ist es, die vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich zu fördern und zu erhalten, allerdings muss auf eine mögliche reduzierte Belastbarkeit der Menschen Rücksicht genommen werden. 

Mehr Informationen und Tipps für den Alltag finden Sie hier. 

Gibt es einen Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

Unter dem Begriff "Demenz" fasst man verschiedene Krankheiten zusammen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. 

Gibt es ein Heilmittel für Demenz?

Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung kann der Verlauf mit Medikamenten verzögert, jedoch nicht geheilt werden. Nicht-medikamentöse Maßnahmen sind bei der Behandlung der Demenz auch ein wichtiger Bestandteil. 

Welche Risikofaktoren gibt es?

Als größte Risikofaktoren gelten: Alter, Diabetes, Bluthochdruck, hohes Cholesterin, starkes Übergewicht, Rauchen, starker Alkoholkonsum, unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel, Depression, niedriges Bildungsniveau, wenig geistige Aktivität und ein Mangel an sozialen Kontakten.

Nähere Informatinen finden Sie unter Prävention

Ist Demenz vererbbar?

Bei ungefähr 1% der Menschen mit Demenz ist die Erkrankung genetisch bedingt und tritt häufiger bei jüngeren Menschen auf. Beim Großteil der Betroffenen ist die Demenz nicht rein genetisch bedingt und tritt später auf. Der größte Risikofaktor ist hier das Alter. 

Ich bin in der letzten Zeit sehr vergesslich. Kann es sein, dass ich Demenz habe?

Nicht jede Form von Vergesslichkeit steht in direktem Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung. Sollten Sie sich Sorgen machen beziehungsweise Fragen haben, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. 

Soll man Menschen mit Demenz über die Diagnose informieren?

Im Prinzip ja. Allerdings ist es wichtig darauf zu achten, die Diagnose in entsprechender Form mitzuteilen. Idealerweise gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits einen Therapie- und Versorgungsplan. Zudem sollte eine adäquate Begleitung organisiert sein.  

Je früher die Diagnose vorhanden ist, umso früher kann mit einer individuellen Behandlung und Begleitung begonnen werden. Darüberhinaus ist es den Betroffenen und Angehörigen möglich die Zukunft selbstständig zu planen, wichtige Entscheidungen selbst zu treffen und nach eigenen Wünschen vorzusorgen.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema "Vertretung und Vorsorge".

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Medikamente leisten in der Behandlung von Menschen mit Demenz einen wichtigen Beitrag. Zur Therapie sind unterschiedliche Medikamente zugelassen. Die medikamentöse Behandlung bewirkt, dass die geistige Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit, den eigenen Alltag zu meistern, über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben kann. 

Herausforderndes Verhalten wie Unruhe, Aggressivität, Halluzinationen oder Schlafstörungen sind häufige Begleitsymptome einer Demenz. Diese können zunächst mit nicht-medikamentösen Maßnahmen verbessert werden.

Beispiele dafür sind: Personzentrierte Kommunikationstechniken nach Naomi Feil, Sabine Engel oder Tom Kitwood, Psychotherapie und psychologische Beratung, Gedächtnistraining, Ergotherapie, Physiotherapie, Musiktherapie, Logopädie und Ernährungsumstellung.

Sollten die Symptome jedoch anhaltend und für den Betroffenen und sein Umfeld belastend sein, kann die passende Medikation hilfreich sein.

Was kann man zur Vorbeugung machen?

Grundsätzlich geht man davon aus, dass eine Vorbeugung bereits in jungen Jahren sinnvoll ist. Das Krankheitsgeschehen, welches zu einer Demenz führt geht über 20-30 Jahre. In dieser relativ großen Zeitspanne können vorbeugende Maßnahmen das Auftreten eine Demenz verhindern beziehungsweise verzögern. 

Nähere Informationen dazu finden Sie unter Prävention

Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für Betroffene und Angehörige?

Am Anfang sind Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sehr wichtig. Je mehr sie über die Krankheit und ihre Auswirkungen wissen, desto besser können sie damit umgehen.

Empfehlenswert ist der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen. Wichtig ist der Aufbau eines Betreuungsnetzes, damit die Belastung auf mehrere Personen verteilt werden kann. Günstig ist eine Begleitung durch ambulante Dienste von Beginn an, um Überforderung der Angehörigen zu vermeiden und die Akzeptanz und das Vertrauen in professionelle Begleitung bei den Betroffenen aufzubauen. Im Laufe der Krankheit können weitere Angebote sinnvoll sein.

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