Therapie ohne Medikamente

Bild des Angebots

Überblick

Untersuchungen zeigen, dass bei einer Demenz nicht nur Medikamente zur Gesundheit und Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen beitragen. Auch andere Formen der Therapie können sich positiv auswirken.

Physiotherapie - Bewegung

Durch die Physiotherapie stärkt man Fähigkeiten für den Alltag und erhält die Balance- und Gehfähigkeit. So will man Stürze und ihre oft schweren Folgen verhindern. Untersuchungen zeigen, dass spezielle Übungen die körperliche Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen können. Das hilft den Betroffenen auch bei verschiedenen Tätigkeiten im Alltag. Weiters zeigen einzelne Untersuchungen, dass sich Bewegung auch auf die geistigen Fähigkeiten positiv auswirkt.

Finden Sie über die PhysiotherapeutInnen-Suche des Berufsverbandes im Fachbereich "Innere Medizin - Geriatrie" und "Neurologie" einen Physiotherapeuten in Ihrer Umgebung.

Über die Website von PHYSIOAUSTRIA können Sie nach Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Ihrer Region suchen. 

Psychotherapie - Seelische Unterstützung

Durch eine Psychotherapie können sich die Betroffenen und deren Angehörige mit der Erkrankung besser auseinandersetzen. Sie können Gefühle wie Angst, Ärger, Hilflosigkeit und Ungewissheit besprechen.

Eine einfühlsame psychotherapeutische Begleitung kann vor allem in der ersten Zeit nach dem Befund bei Zukunftsfragen unterstützen.

Finden Sie eine passende Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten einfach über die Tirol Landkarte in der Kategorie "Sonstiges therapeutisches Angebot" oder über die Website des Tiroler Landesverband Psychotherapie

Ergotherapie

Die Ergotherapie will Menschen mit Demenz bei für sie wichtigen Tätigkeiten stärken. Das betrifft ihre Selbstversorgung, ihre Produktivität, aber auch ihre Freizeit und Erholung.

Mit Beginn der Demenz werden alltägliche Dinge für die Betroffenen immer schwieriger. Zum Beispiel:

  • den Haushalt führen
  • mit Geld umgehen
  • Einkaufen
  • öffentliche Verkehrsmittel benutzen
  • die Orientierung behalten
  • soziale Kontakte pflegen

Die Betroffenen ziehen sich meist völlig in die eigenen vier Wände zurück. Diesem Rückzug will die Ergotherapie positiv entgegenwirken.

Finden Sie über die ErgotherapeutInnen-Suche des Berufsverbandes ERGOTHERAPIE AUSTRIA im Fachbereich "Geriatrie" oder "Neurologie" eine Ergotherapeutin oder einen Ergotherapeuten in Ihrer Umgebung. Oder suchen Sie über die Tirol Landkarte in der Kategorie "Sonstiges therapeutisches Angebot".

Nähere Details zu Ergotherapie bei Menschen mit Demenz finden Sie hier. 

Folder Ergotherapie bei Demenz können Sie hier downloaden. 

Logopädie

Logopädie kann den Betroffenen helfen, wenn:

  • Schluckstörungen auftreten
  • sich das Essverhalten ändert
  • sich das Trinkverhalten ändert
  • Sprechstörungen auftreten
  • Kommunikative Fähigkeiten nachlassen

Finden Sie über die LogopädInnen-Suche des Berufsverbandes LOGOPÄDIE AUSTRIA  im Fachbereich "Geriatrie" oder "Neurologie" eine Logopädin oder einen Logopäden in Ihrer Umgebung.

Diätologie - Ernährung

Essen hält Leib und Seele zusammen. Dieses Sprichwort kennt fast jeder. Doch Essen ist für Demenzkranke eine Herausforderung: Sie nehmen die verschiedenen Geschmacksrichtungen anders wahr, sehen schlechter und können nicht mehr so gut mit Lebensmitteln und Besteck umgehen.

Es sei aber gleich gesagt: So etwas wie eine Demenzdiät gibt es nicht! Man kann aber durch spezielle Strategien die Ernährungsqualität verbessern. So lässt sich eine Mangelernährung verhindern, die sich negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt.

Diätologen können dabei beratend zur Seite stehen. Sie geben Tipps und erklären:

  • Wie kann man die Essenssituation verbessern?
  • Mit welchen Lebensmitteln kann man einer Mangelernährung vorbeugen?
  • Was ist mit anderen ernährungsabhängigen Erkrankungen, die zusätzlich zur Demenz vorhanden sind?
  • Wie gehe ich mit der Ablehnung von Speisen um?
  • Wie unterstütze ich Demenzkranke auch in ihrer letzten Lebensphase und, wenn sie das Essen verweigern?

Alle diese Fragen beantworten Diätologinnen und Diätologen bei Schulungen für Betreuungspersonen, Fachpersonal und Institutionen zum Thema "Bedürfnisgerechte Ernährung". Auch Einzelberatungen sind möglich.

Achtung: Die Sozialversicherung übernimmt die Kosten für eine diätologische Beratung meist nicht!

Finden Sie eine passende Diätologin oder einen Diätologen einfach über die Tirol Landkarte in der Kategorie "Sonstiges therapeutisches Angebot" oder über die Website des Verband der Diaetologen Österreich

Gedächtnistraining

Auch Gedächtnistraining kann kurzfristige Verbesserungen bewirken. Dabei darf man die Betroffenen jedoch mit dem Training oder zu schweren Aufgaben nicht überfordern. Es soll dabei für die Betroffenen keinesfalls eine Art Prüfungssituation entstehen. Es ist besonders wichtig, auf die Reaktion der Menschen mit Demenz zu achten. Treten Unruhe oder Ablehnung zu den Aufgaben auf, ist diese Form der Therapie nicht zielführend.

Gedächtnistraining ist besonders sinnvoll, wenn die Betroffenen dadurch Erfolgserlebnisse haben und mit anderen gemeinsam trainieren können.

Spezielle Kommunikationstechniken (personenzentriert)

Diese speziellen Kommunikationstechniken sind zum Beispiel:

  • die Validation nach Naomi Feil
  • die einfühlsame Kommunikation nach Sabine Engel
  • der personenzentrierter Ansatz nach Tom Kitwood

Mundgesundheit

Menschen mit Demenz haben häufig Mundkrankheiten oder Probleme mit ihren Zähnen. Deshalb muss man beim Behandlungsplan besonders auf diese Probleme achten. Das gilt sowohl für ambulante Behandlungen, als auch für stationäre Behandlungen.  

Manchmal muss eine Zahnärztin oder Zahnarzt auch den bestehenden Zahnersatz richtig anpassen. Denn das Wohlbefinden und die Ernährung von Menschen mit Demenz ist davon stark abhängig.

Studien haben gezeigt, dass Entzündungen im Mund Auswirkungen auf andere Erkrankungen haben. Zum Beispiel auf Diabetes, Erkrankungen der Atemwege oder die Sicherheit beim Gehen. Die Mundgesundheit soll daher in der Betreuung und Behandlung einen hohen Stellenwert haben.

Was ist für die Mundgesundheit bei Demenzkranken besonders wichtig?

  • Probleme in der zahnärztlichen Praxis früh erkennen
  • Probleme und Risiken früh erkennen und gleich beheben - Zum Beispiel könnte der Zahnarzt gefährdete Zähne schon vorab ziehen.
  • bei ambulanter Betreuung auf die Hygiene von Mund und Zahnersatz achten
  • Zahnpasten verwenden, die Entzündungen und Karies hemmen
  • nach dem Genuss von zuckerhaltigen Lebensmitteln die Zähne putzen
  • für stationäre Behandlungen einen Plan für die Mundgesundheit erstellen - Das geschieht in Zusammenarbeit mit Pflege, Ärzten und Zahnärzten.
  • abnehmbaren Zahnersatz mit den Anfangsbuchstaben vom Vor- und Nachnamen sowie mit dem Geburtsdatum versehen
  • abnehmbaren Zahnersatz in ph-neuraler Seife reinigen und nach jeder Mahlzeit abspülen

Hören und Hörgeräte

Besseres Hören wirkt sich positiv auf die Lebensqualität und den Verlauf einer Demenz aus!

Mit höherem Alter verschlechtert sich meist das Gehör. Rund 30 % der über 65-Jährigen und 70 - 90 % der über 85-Jährigen leiden unter einer Form des Hörverlusts. Dadurch kommt es bei vielen älteren Menschen zu einem sozialen Rückzug. Denn wer schlecht hört, nimmt weniger an alltäglichen oder sozialen Aktivitäten teil. Manche Betroffene entwickeln sogar Anzeichen einer Depression. Besseres Hören ist daher sehr wichtig und kann sich positiv auswirken auf:

  • die Stimmung
  • die soziale Teilhabe
  • und den Austausch mit anderen Menschen

Oft bleibt schlechtes Hören aber unerkannt und somit auch unbehandelt. Rund 70 % der älteren Menschen verwenden keine Hörgeräte.

Gute Hörgeräte und eine professionelle Anpassung dieser Geräte ist besonders für Menschen mit Demenz notwendig. Dafür sollte man sich genügend Zeit nehmen und sich auch gut für die Verwendung des Gerätes einschulen lassen.

Sehen

Sehprobleme können sich bei Menschen mit Demenz unterschiedlich negativ auswirken:

  • die Sturzgefahr erhöht sich
  • es können Doppelbilder auftreten
  • oder die Betroffenen sind beeinträchtigt beim Lesen und Orientieren

Vor allem am Beginn der visuellen Form der Alzheimer-Demenz zeigen sich Probleme beim Sehen und Wahrnehmen.

Das Erkennen von visuellen Störungen bei Menschen mit Demenz ist zeitaufwändig und braucht besonderer Kenntnisse. Eine fachgerechte Beratung bieten sogenannte Orthopistinnen und Orthoptisten. Sie befassen sich mit der richtigen Zusammenarbeit beider Augen und beraten bei der richtigen Brille oder auch der Notwendigkeit einer Prismenfolie. Weiters beraten Orthopistinnen und Orthoptisten auch bei der Anpassung des visuellen Umfeldes von Menschen mit Demenz. Zum Beispiel kann man durch bessere Ausleuchtung und Markierungen den Kontrast für den Betroffenen steigern und die Sturzgefahr verringern.

Finden Sie eine Orthoptistin oder einen Orthoptisten in Ihrer Umgebung über die Website des Verband Orthoptik Austria. 

Musiktherapie

Manchmal lässt bei Demenzkranken die Fähigkeit zu sprechen teilweise oder sogar ganz nach. Dann kann gemeinsames Musikhören, Singen oder eine Musiktherapie einen Zugang zum Betroffenen ermöglichen. Untersuchungen und medizinische Erfahrungswerte aus der Praxis belegen bereits den positiven Effekt dieser Therapie. Musik kann Störungen im Verhalten, Unruhe, Stimmung und Lebensqualität positiv beeinflussen.

Für die Musiktherapie braucht man eine Zuweisung von:

  • Ärztinnen und Ärzten
  • Psychologinnen und Psychologen
  • Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

Wichtig: Diese Form der Therapie muss man selbst bezahlen.

Ätherische Öle

Schon seit der Antike setzt man bei verschiedensten Krankheiten auf die Wirkung ätherischer Öle. Dabei handelt es sich um Gemische mit vielen Inhaltsstoffen. Diese Öle darf man jedoch nie unverdünnt auf die Haut oder Schleimhaut auftragen. Das kann zu nicht gewünschten Reaktionen führen.

Es ist vor allem der Duft dieser Öle, der beispielweise unsere Stimmungen, Gefühle und Erinnerungen beeinflusst. Denn der Duft gelangt über die Nase rasch ins zentrale Nervensystem des Gehirns. Mittlerweile gibt es viele Studien, welche die positive Wirkung ätherischer Öle auf Menschen mit Demenz belegen.

Nähere Informationen zu Ätherischen Ölen bei Demenz finden Sie hier.

Aktiv bleiben

Menschen mit Demenz sollen aktiv bleiben und so weit wie möglich weiter am sozialen Leben teilnehmen. Oft hilft es, wenn man Freunde und Bekannte über die Krankheit informiert. So können diese ein Verständnis für die demenzbedingten Veränderungen des Betroffenen entwickeln.  

Tipps für eine gute Lebensqualität:

  • Seien Sie weiterhin geistig und körperlich aktiv. Gehen Sie zum Beispiel spazieren oder machen Sie etwas Gymnastik.
  • Setzen Sie sich bei Ihren Aktivitäten aber nicht selbst unter Druck.
  • Spüren und genießen Sie die eigenen Erfolge.
  • Bleiben Sie weiterhin in Kontakt mit anderen Menschen.
  • Suchen Sie das Gespräch mit anderen.
  • Nehmen Sie am täglichen Leben und an aktuellen Ereignissen teil.
  • Pflegen Sie weiterhin Traditionen.
  • Nehmen Sie an Festen teil.

Unterstützung organisieren

Menschen mit Demenz können viele Dinge in ihrem Alltag durchaus selbst erledigen. Jedoch ist es wichtig, dass man sich früh genug Unterstützung organisiert. So lassen sich Krankheit und Alltag besser bewältigen.  

In Tirol gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für eine persönliche und professionelle Unterstützung. Finden Sie über die Landkarte Tirol Angebote zur Unterstützung aus Ihrer Umgebung. Dort können Sie auch direkt die passende Anbieterin oder den passenden Anbieter kontaktieren.

Vorsorge treffen

Zu Beginn der Krankheit können Menschen mit Demenz noch selbst entscheiden und sagen, was ihnen wichtig ist. In dieser Zeit können die Betroffenen noch viele Dinge wie ihre Vorsorge selbst organisieren. Sie können wichtige Dinge für ihre Zukunft regeln. Zum Beispiel:

  • Wer wird mein rechtlicher Vertreter?
  • Wer soll mich betreuen?
  • Wo soll die Betreuung stattfinden?

Wichtige Informationen zum Thema Vorsorge finden Sie hier


Sie möchten noch mehr über das Thema "Demenz" erfahren?

Dann schauen Sie einfach auf die Webseiten der Fachgesellschaften zum Thema Demenz. Dort finden Sie auch Informationen über Hilfsmittel, die Sie im Alltag oder zur Vorbereitung auf einen Aufenthalt im Krankenhaus unterstützen.

Bitte beachten Sie: Eine selbstständige Recherche ersetzt NICHT die persönliche Beratung Ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt!